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	<title>unschooling &#8211; Love Family: Frei sich bilden, Entschleunigung, Reisen</title>
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	<description>Frei sich bildende Familie unterwegs und zu Hause</description>
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		<title>Lebst Du noch oder spielst Du schon?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MartinPi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Apr 2017 05:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freilernen]]></category>
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					<description><![CDATA[Als kleiner Junge habe ich liebend gerne einen brennenden Stock vom Lagerfeuer zum Wasser getragen und es zischen lassen. Meinen Eltern zufolge war es eine Tätigkeit, die ich stundenlang machen konnte. Auch heute bin&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als kleiner Junge habe ich liebend gerne einen brennenden Stock vom Lagerfeuer zum Wasser getragen und es zischen lassen. Meinen Eltern zufolge war es eine Tätigkeit, die ich stundenlang machen konnte.<br />
Auch heute bin ich immer wieder erfreut und dankbar, wenn ich meinen eigenen Kindern Möglickeiten zum »Spiel mit der Unendlichkeit« geben kann. Jeder kennt und weiss doch, dass der beste Spielplatz ein Platz am Meer oder an einem Fluss ist, wo es unendlich viel Sand, unendlich viel Wasser und unendlich vielen Steine gibt, die wie ein neutraler Spielpartner zum Spielen einladen und das Spiel am Leben halten. Unsere Jungs zeigen dann durch Ihre Ausgeglichenheit, dass es Ihnen gut geht. Stundenlang können Sie Steine ins Wasser werfen, den Wellen hinterherrennen oder Sand von einer Stelle zur anderen tragen, als wäre es die wichtigste Sache der Welt.<br />
Machmal frage ich mich dann, was das denn für einen Sinn macht, einen brennenden Stock ins Wasser zu halten, es zischen zu lassen und dann wieder zum Feuer zu bringen und zu warten bis er glüht, um dann wieder von vorne anzufangen.<br />
Denn in meinen Erwachsenenaugen ist es eine sinnlose Tätigkeit, die zu nichts führt.<br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-404 size-large alignleft" src="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/04/DSC3554-web-1024x682.jpg" alt="zwei Kinder spielen ausgelassen am Strand" width="1024" height="682" srcset="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/04/DSC3554-web-1024x682.jpg 1024w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/04/DSC3554-web-600x400.jpg 600w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/04/DSC3554-web-300x200.jpg 300w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/04/DSC3554-web-768x512.jpg 768w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/04/DSC3554-web.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><br />
Eine Erklärung, die ich unter anderem durch die Lektüre der Bücher von Elfriede Hengstenberg erhalten habe, ist, dass das Körperbewusstsein und die Körperbeherrschung ein wichtiger Baustein für ein gesundes Selbstbewusstsein ist. Ohne die maximale Kontrolle über den eigenen Körper wird sich nie das gesunde Gefühl entwickeln, bei sich selber angekommen zu sein und Herr seiner Selbst zu sein.<br />
Aber diese Antwort wird der Komplexität der Facetten des Spiels nicht gerecht, denn es gibt noch andere Spielarten!</p>
<h3 class="p1">Spiel als Kommunikationsform</h3>
<p>In meinem beruflichem Werdegang habe ich eine Zeitlang als Klinikclown gearbeitet, und dort war das Spiel DIE Art der Kommunikation, die ohne Worte mit Kindern jeden Alters möglich war.<br />
Zwar geht es bei den Besuchen auf den Kinderstationen vordergründig darum, die kleinen Patienten zum Lachen zu bringen, aber mit einer gemeinsamen Verständigungsebene war es viel einfacher möglich, Kontakt aufzunehmen, wie das folgende Beispiel zeigen mag:<br />
Ein Mädchen von ungefähr einem Jahren sitzt teilnahmslos in seinem Gitterbett.<br />
Kliniklown Matte, der gerade ins Zimmer gekommen ist, holt einen kleinen Ball aus seinem Koffer und bietet ihn ihr an. Vorsichtig und abwägend nimmt sich das kleine Mädchen den Ball, fasst Vertrauen und legt ihn unbedarft hinter sich. Matte wundert sich, wo der Ball geblieben ist und holt nochmals einen Ball aus dem Koffer. Diesen nimmt sie nun schon etwas forscher und packt ihn ebenfalls hinter sich. Nachdem auch der dritte und letzte Ball im Gitterbett gelandet ist, stellt Matte fest, dass er keinen Ball mehr hat, sucht in seiner Hosentasche, im Koffer und unter dem Bett nach einem Ball. Schliesslich bittet er das Mädchen mit ausgestreckter Hand und fragendem Gesicht nach einem Ball. Diese hat das »Spiel« nun verstanden und mit einem Lächeln auf dem Gesicht gibt sie einen Ball zurück.<br />
Dies waren die Momente in der Klinik, die für mich sehr berührend waren und die in der landläufigen Beschreibung des Spielbegriffes oft fehlen. Die Grenze zwischen Spiel und Kommunikation ist hier fliessend, aber ohne das spielerische Element wäre keine Kommunikation möglich gewesen.<br />
Wenn ich als Clown das ZImmer verlassen habe, spielten die Bewohner oft weiter. Es war, als wenn sie jemand aus einem tiefen Schlaf wachgeküsst hatte und wieder zum Leben erweckt hatte.<br />
Die kleinen Patienten waren in meinen Augen dann wieder »aktiviert« und einen kleinen Schritt weiter auf dem Weg zur Genesung.<br />
Denn meine Erfahrung ist, dass gesunde Kinder spielen, während die kranken es nicht tun. Wenn kranke Kinder spielen, holen sie sich die Gesundheit wieder in ihren Körper zurück. Spielen lässt Schmerzen vergessen und enthebt den Spielenden in eine andere Sphäre, in der nur die Phantasie den Horizont und die Möglichkeiten begrenzt. Dabei deckt sich dies mit <a href="http://www.ostsee-zeitung.de/Extra/Hochschulen/Pilotstudie-Klinikclowns-vermindern-die-Angst-kranker-Kinder">wissenschaftlichen Forschungen</a>, die die positive Wirkung der Clowns auf die Patienten untersucht haben.<br />
Doch nicht nur mit Kindern kann man auf diese Art und Weise spielen, auch mit Tieren lässt sich solch eine Kommunikation durchs Spielen herstellen.</p>
<h3 class="p1">Spiel als bewusstseinserweiternde Droge?</h3>
<p>Fred O. Donaldson ist ein amerikanischer Professor, der mit in Freiheit lebenden Wölfen gespielt hat und dessen Bestrebungen ahnen lassen, dass Spiel nicht nur eine Kulturtechnik unter vielen ist, sondern uns auch auf eindrucksvolle Art und Weise mit allen anderen Lebewesen verbinden kann.</p>
<p>Er hat den Begriff des »ursprünglichen Spiels« geprägt und <a href="http://www.originalplay.eu/">gibt weltweit Workshops</a>, um das Spielen ohne Gewinner und Verlierer wiederzuerlernen.<br />
Paradoxerweise ist es eine der Tätigkeiten, die ein Mensch mit fortschreitendem Alter verlernen kann, im Gegensatz zum Fahrradfahren oder Schwimmen, das einmal erlernt, immer wieder zur Verfügung steht. Dabei kann das Herumtollen und Balgen eine Wirkung entfalten, die weit über das hinausgeht, was unser Verstand begreifen möchte und normalerweise nur durch Drogen hervorgerufen werden kann:<br />
Einer seiner Lehrmeister und Spielgefährten, der kleine Junge David, sagte einmal: »Weißt du Fred, wenn wir spielen, wissen wir nicht, dass du anders bist als ich und ich anders als du.«</p>
<h3 class="p1">Spiel und Kultur</h3>
<p>Eine ganz andere Herangehensweise an das Phänomen Spiel hat der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga (1872-1945).<br />
In seinem <a href="http://amzn.to/2mNDEpI">Buch »Homo Ludens«</a>&nbsp;von 1938 definiert er das Spiel folgendermassen:</p>
<p>»Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.«</p>
<p>Er bringt uns zu der Erkenntniss, dass viele heutige Selbstverständlichkeiten unserer Kultur ihren Ursprung im Spiel haben. Recht, Krieg, Wissen, Dichtung, Poesie, Sport, Kunst; alle zeigen sie Grundzüge seiner Definition von Spiel.<br />
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Auch die Sichtweise des Niederländers offenbart, dass das Spiel ein ganz wesentlicher Teil unserer kulturellen Identität ist, ohne dem unser heutiges Leben in dieser Form nicht möglich wäre.</p>
<p>Wann aber verlieren wir die Fähgkeit, unbekümmert zu spielen?</p>
<h3 class="p9">Clown und Spiel</h3>
<p>Gerne komme ich da wieder auf die Erfahrungen zurück, die ich in den Clownsfortbildungen gemacht habe. Eines der Spiele, die wir immer wieder gespielt haben, hieß: „Ja, Genau!“<br />
Und das geht so: Ein Clown erzählt einem anderen eine Geschichte. Wenn der erste dann ins Stocken kommt, oder Luft holen muss, ist der zweite an der Reihe, ruft „Ja genau“ und führt die Geschichte weiter. Das kann auch zu mehreren gespielt werden.<br />
Das Prinzip dahinter: Es gibt keine Wertung und kein Kommentar zu dem, was der Vorgänger gesagt hat. Es ist nichts weiter als die Inspiration für den Nachfolger. Dabei entstehen aberwitzige Geschichten, die nicht nur die Zuschauer begeistern, sondern auch eine gute Übung sind, den Verstand von jeglicher Art von Bewertungen zu befreien. Früher oder später verlieren die Mitspieler die Kontrolle darüber, was sie denken und ergeben sich der Gedanken und Ideen, die das Gehirn produziert, wenn es von der Leine gelassen wird. Es gibt kein festgelegtes Ende des Spiels, aber ein Ziel: nämlich in den Spielfluss zu kommen.<br />
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Es sind also die Bewertungen und die Angst davor, etwas falsch zu machen, die den Erwachsenen daran hindern, zu spielen und am Ende auch zu lernen.<br />
Das habe ich festgestellt, wenn ich Erwachsenen versucht habe, Jonglieren beizubringen. Als erstes mussten sie lernen, dass es kein Fehler ist, den Ball fallen zu lassen. Nachdem ich sie ermuntert habe, den Ball bewusst fallen zu lassen, war die Versagensangst irgendwann überwunden und der nicht mehr vorhandene Stress ermöglichte es nun, den Ball einfacher zu fangen. Es waren im Gehirn plötzlich Kapazitäten da, die&nbsp;es ermöglichten, ausreichend schnell zu reagieren und angstfrei zu lernen.</p>
<h3>Das hat ein Nachspiel</h3>
<p>Eine plausible Theorie besagt, dass die tägliche Praxis von Spielen und Lernen den Menschen jung erhält.<br />
Bei kleinen Kindern, die täglich zwischen Aufstehen und zu Bett gehen im Spielmodus sind, ist das leicht nachvollziehbar.<br />
Könnten wir Erwachsenen nicht auch durch Spielen ausserhalb des Wettbewerbgedankens unseren Jungbrunnen täglich wieder auffüllen?<br />
Also, wenn Dein Kind dich das nächste Mal fragt: „Kommst Du mit spielen?!“<br />
Tu es einfach, die „vertane Zeit“ wird Dir an deinem Lebensende wohlmöglich wieder als Nachspielzeit rangehängt!<br />
Spielst Du täglich mit Deinen Kindern? Ich freue mich über Berichte und Erfahrungen in den Kommentaren!<br />
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		<title>Lieber zwei Stunden Mathe, als gar keinen Schlaf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MartinPi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2017 02:38:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freilernen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt wenige Sachen, die ich mir während meiner Schullaufbahn gemerkt habe, aber dieser Sponti-Spruch aus den achtziger Jahren hat sich stark in meinem Gedächtnis verankert. Klar habe ich im Informatikunterricht vor 27 Jahren die&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt wenige Sachen, die ich mir während meiner Schullaufbahn gemerkt habe, aber dieser Sponti-Spruch aus den achtziger Jahren hat sich stark in meinem Gedächtnis verankert.</p>
<p>Klar habe ich im Informatikunterricht vor 27 Jahren die Programmiersprachen Basic und Pascal gelernt, die heutzutage wahrscheinlich niemand mehr kennt. HTML und SEO hat es zu der Zeit sicher noch nicht gegeben, brauche ich heute regelmässig. Informationen veralten.<br />
Klar habe ich im Musikunterricht die Fuge analysiert, aber das Spielen eines Instrumentes, das ich immer mal wieder in die Hand nehme, um meinen Jungs ein Gute-Nacht-Lied vorzspielen, habe ich mir selber beigebracht. Anderes Thema.<br />
Klar habe ich im Sportunterricht mit Begeisterung Fußball und Basketball gespielt, aber Jonglieren mit Bällen ist erst danach dazu gekommen. Auch das brauche ich heute regelmässig.<br />
Es ist sogar so, dass keine der Sachen, die ich in der Schule gelernt habe, mir in meinem jetzigen Beruf als Comedykellner etwas nutzen würden.</p>
<div id="attachment_327" style="width: 730px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-327" class="size-large wp-image-327" src="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Comedykellner-in-Aktion-1024x682.jpg" alt="" width="720" height="480" srcset="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Comedykellner-in-Aktion-1024x682.jpg 1024w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Comedykellner-in-Aktion-600x400.jpg 600w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Comedykellner-in-Aktion-300x200.jpg 300w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Comedykellner-in-Aktion-768x511.jpg 768w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Comedykellner-in-Aktion.jpg 2000w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /><p id="caption-attachment-327" class="wp-caption-text">Comedykellner Francois Perdu in Aktion</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Beruf und Berufung</h2>
<p>Sicher ist das nicht der Beruf, den jeder ausüben könnte und mit Sicherheit ist der Bedarf daran auch nicht so riesig.<br />
Aber es ist ein Beruf, der mir auf den Leib geschnitten ist, denn ich habe erst 20 Jahre nach Beenden meiner Schulkarriere festgestellt, was ich wirklich gut kann und wo meine Stärken liegen. Während meiner Zeit als Tischlergeselle habe ich nämlich gemerkt, dass ich für die gute Stimmung in der Werkstatt gesorgt habe. Über den Umweg als Klinkclown habe ich dann viele Clowns-Workshops bei namhaften Lehrern besucht, bis es irgendwann einmal Klick gemacht hat, und ich zu mir gesagt habe: »So, jetzt kannst Du auch ausserhalb der Kinderstationen von Krankenhäusern auftreten und mit Menschen in Kontakt treten und sie zum Lachen bringen!«<br />
Es ist ein Job, von dem so mancher träumt, weil ich im Jahresdurchschnitt gesehen, nur einmal in der Woche ausser Haus bin. Abgesehen vom täglichen Beantworten von Mails und gelegentlichen Verbesserungs- und Werbemassnahmen an den Webseiten, die mir die Kunden beschaffen, hält sich die Arbeit in Grenzen. Und sie macht mir Spass!</p>
<div id="attachment_328" style="width: 730px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-328" class="size-large wp-image-328" src="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Harmoniumspiel-1024x682.jpg" alt="" width="720" height="480" srcset="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Harmoniumspiel-1024x682.jpg 1024w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Harmoniumspiel-600x400.jpg 600w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Harmoniumspiel-300x200.jpg 300w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Harmoniumspiel-768x512.jpg 768w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Harmoniumspiel.jpg 2000w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /><p id="caption-attachment-328" class="wp-caption-text">Harmoniumspiel &#8211; Berufungssuche</p></div>
<p>Ich bin zutiefst überzeugt, dass jeder eine tolle und befriedigende Aufgabe haben könnte und ich wünsche es meinen Kindern ebenso.<br />
Denn die Angestellten-Jobs werden durch den Einsatz von Maschinen und die weitere Verlagerung von Arbeit in kostengünstigere Länder immer weniger und jeder muss sich seine Arbeit, oder besser gesagt: seine Berufung, selber suchen.</p>
<h2>Kanonenfutter</h2>
<p>In der Schule wird auf die Ausbildung von persönlichen Vorlieben und Interessen keinen Wert gelegt und deswegen möchte ich die Verantwortung für die Talente meiner Jungs selber in die Hand nehmen.<br />
Denn: bis zum Ende der Schulpflicht muss man fragen, wann man auf die Toilette gehen darf, und nach dem Abschluss soll man wissen, was man werden soll? Logisch, dass das nicht funktioniert.<br />
Der staatliche Bildungsauftrag, aus Ihnen ordentliche Bürger zu machen, ist ein Vorwand.<br />
Ein Vorwand, um <a href="https://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity?language=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kreativität und Neugier zu unterdrücken</a>, damit konforme, der Norm entsprechende Bürger aus dem System Schule ausgespuckt werden, die Kanonenfutter für das Getriebe der Wirtschaft sind. Wer als Lehrer im System nach Lösungen sucht, wird <a href="https://www.tz.de/muenchen/region/weil-gute-noten-gab-lehrerin-strafversetzt-tz-975401.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">versetzt</a>, krank oder leidet an Burn-Out. Mobbing, Ausgrenzung und andere Formen der Gewalt sind systembedingte Symptome, die nicht behandelbar sind.<br />
Eskapismus wird denen vorgeworfen, die sich dem entgegenstellen und sich der nur in Deutschland herrschenden Schulpflicht entziehen wollen. Kann ich nicht genauso andersherum fragen: »Ist der Schulbesuch nicht auch Eskapismus vor dem eigentlichen Leben?«</p>
<p>Wer wirklich Angst davor hat, dass der Nachwuchs nicht materiell erfolgreich werden kann, sollte sich klar machen, dass es auch <a href="https://www.welt.de/wirtschaft/article162728095/Wie-man-auch-ohne-Abi-reich-werden-kann.html">andere Wege nach oben</a> gibt. Wenn man unternehmerisch tätig sein will, kann dem Jungunternehmer ein Studium eher im Weg stehen, nicht nur wegen der vergeudeten Zeit, sondern auch wegen dem falschen Mindset.</p>
<h2>Utopia</h2>
<p>Aber was macht eine lebens- und liebenswerte, freiheitlich-demokratische Gesellschaft aus?<br />
Für mich sollten folgende Punkte auf jeden Fall dazugehören:</p>
<h3>Empathie für Andere und Naturverbundenheit</h3>
<div id="attachment_326" style="width: 730px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-326" class="wp-image-326 size-large" src="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/An-der-Tafel-1024x768.jpg" alt="" width="720" height="540" srcset="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/An-der-Tafel-1024x768.jpg 1024w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/An-der-Tafel-600x450.jpg 600w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/An-der-Tafel-300x225.jpg 300w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/An-der-Tafel-768x576.jpg 768w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/An-der-Tafel.jpg 2000w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /><p id="caption-attachment-326" class="wp-caption-text">an der Tafel</p></div>
<p>Die Konkurrenz ist der Erzfeind der Empathie. Der Mensch ist aber ein soziales Wesen, dass sich vor allem durch seine Kooperationsfähigkeit seine – langsam fragwürdige – Vorrangstellung in der Natur erobert hat. Deswegen sind Einzelbewertungen kontraproduktiv. Sie schüren die Konkurrenz und verhindern das, was uns als Spezies auszeichnet und so »weit« gebracht hat. Spätestens in der Schule werden der Vergleich und die Ausgrenzung von anderen zur Tagesordnung.<br />
Sie ist deshalb also nicht der richtige Ort für das Beibehalten oder Wieder-Erlernen von sozialen Werten und überlässt die Aufgabe <a class="link" href="http://www.stern.de/familie/kinder/erziehungsgrundsaetze--die-wichtige-nachricht-einer-schule-an-die-eltern-7298452.html">vorrangig den Eltern</a>. Sie sieht ihre Aufgabe vor allem im Vermitteln von Wissen.<br />
Leider ändert sich Wissen auch mal, besonders in der heutigen Zeit. Was gestern gelernt wurde, stimmt morgen schon nicht mehr (siehe oben).<br />
Was wir aber alle wissen, ist, dass in der Schule gelerntes selten im Langzeitgedächtnis Spuren hinterlässt, denn es fehlen die Eigenmotivation und die Verknüpfung mit emotionalen Faktoren. Dieses Beispiel lässt sich, wenn man dem Neurobiologen <a href="http://www.huffingtonpost.de/gerald-huether/neue-lernkultur-begeisterung_b_10983522.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gerald Huether</a> Glauben schenkt, auf alle anderen Fächer übertragen.</p>
<h3>Arbeit bedeutet im ursprünglichen Sinn des Wortes Mühsal oder Plage</h3>
<p>Die Germanen haben uns den Wortstamm der Arbeit vermacht und es offenbart sich bei <a href="http://www.wissen.de/wortherkunft/arbeit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">genauerem Hinschauen</a>, wieviel Wahrheit darin steckt.</p>
<p>Warum vergeudet ein großer Teil der Bevölkerung die meiste Zeit des Lebens damit, auf das Wochenende oder auf die Rente zu warten? Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Nach Beendigung meiner Lehre, wurde mir sehr schnell klar, dass ich einen 40 Stunden-Job nicht will, weil sich das Leben eigentlich woanders abspielt. Andererseits haben auch viele Selbständige den Wunsch, nicht weniger zu arbeiten, sondern der eigene Herr des Hamsterrads zu sein und im System von »alles oder nichts« gefangen zu sein. Warum widmen wir unsere Zeit nicht frühzeitig der <a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/musiker-und-autor-andre-stern-besser-lernen-ohne-schule.970.de.html?dram:article_id=355297">Entdeckung und Vertiefung unserer Talente</a>, um die Gesellschaft zu bereichern und etwas Sinnvolles zu tun, das dementsprechend gut honoriert wird?</p>
<h3>Wie werden Höchstleistungen möglich?</h3>
<p>Viel zu selten erreichen wir den Zustand des Flow, in dem besondere Leistungen erbracht werden können, denn dafür ist in der Schule oder im Kindergarten keine Zeit.<br />
Diese Leistungen könnten körperlicher als auch geistiger Art sein und ähneln dem selbstvergessenen Spiel von Kindern, die vollkommen selbstversunken und emsig bei der Sache sind. Im Erwachsenenalter kann man den Zustand <a class="link" href="http://www.spektrum.de/news/wie-flow-die-leistungsfaehigkeit-foerdert/1440968">unter Beachtung einiger Punkte</a> leicht herstellen.</p>
<h4>10 Tipps für mehr Flow</h4>
<p>Suchen Sie sich Anforderungen, die Ihren Fähigkeiten entsprechen.<br />
Legen Sie bei heraus­fordernden Tätig­keiten immer wieder Pausen ein.<br />
Setzen Sie sich klare, erreichbare Ziele, und holen Sie sich regelmäßig Feedback.<br />
Schaffen Sie Handlungsspielräume, etwa indem Sie selbst entscheiden, wann und wie Sie eine Aufgabe erledigen.<br />
Machen Sie sich die Bedeutung Ihrer Aufgaben bewusst.<br />
Holen Sie sich bei schwierigen Problemen Unterstützung von anderen.<br />
Bearbeiten Sie wichtige Aufgaben morgens, zirka eine Stunde nach dem Aufstehen.<br />
Aktivieren Sie sich mit leichter Bewegung, etwa einem Spaziergang.<br />
Wenn Sie gestresst sind, atmen Sie langsam aus oder machen Sie eine Entspannungsübung.<br />
Sorgen Sie für Entspannung am Abend, um effektiv abzu­schalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-330" src="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Qualle-im-Flow-1024x682.jpg" alt="" width="720" height="480" srcset="https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Qualle-im-Flow-1024x682.jpg 1024w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Qualle-im-Flow-600x400.jpg 600w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Qualle-im-Flow-300x200.jpg 300w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Qualle-im-Flow-768x512.jpg 768w, https://love-family.de/wp-content/uploads/2017/03/Qualle-im-Flow.jpg 2000w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<p>Sind das Bedingungen, die die Schule jemals bieten kann?</p>
<h3>Selbstwirksamkeit</h3>
<p>Die Möglichkeit, Entscheidungen zu beeinflussen, ist explizit in den demokratischen Sudbury-Schulen vorgesehen und verankert. Aber denen weht, wie allen anderen »Freien Schulen« auch, <a href="http://sudbury-schule-ammersee.de/info-stammtisch/schlechte-neuigkeiten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein kalter Wind </a>ins Gesicht.<br />
Die Beteiligung von Schülern an der Mitgestaltung der Schulpolitik und der Auswahl der Lehrer wäre eine Option, um die Selbstwirksamkeit auszuprobieren und unserem Grundgesetz die Ehre zu erweisen (Alle Macht geht vom Volke aus). Aber es widerspricht dem »freiheitlich demokratischen« System, was sich leider nur so nennt und demokratische Schulen schliesst und den Betrieb versagt, obwohl diese den Namen verdient hätten.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Offensichtlich ist die Institution Schule und auch nicht ihre kleine Schwester, der Kindergarten den gestellten Aufgaben gewachsen.</p>
<p>Bei den Diskussionen, die oft sehr emotional geführt werden, geht es meiner Meinung nach oft darum, dass Kritikern des Freilernens der eigene entbehrungsvolle Lebensentwurf unter die Nase gerieben wird. Freilerner und Ihre Eltern sind da per se ein Dorn im Auge, denn sie leben vor, dass das Leben ausserhalb festgelegter Zeiten nicht erst mit Anfang des Rentenalters beginnt, sondern von klein auf verwirklicht werden kann.<br />
Gleichzeitig kommt da auch die Initiative des bedingungslosen Grundeinkommens ins Spiel, die in die selbe Kerbe schlägt: Was passiert mit der Institution Schule, wenn für ein Einkommen danach einfach gesorgt wäre?</p>
<p>Wir möchten unsere Kinder nicht in die Schule schicken, solange diese nicht dem ursprünglichen <a href="http://www.wissen.de/wortherkunft/schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sinn des Wortes</a> einigermassen gerecht wird:</p>
<blockquote>
<h3>Schule, Bedeutung:</h3>
<p>aus griech.</p>
<p><i class="herkw_herkwort">schole</i> „Muße, freie Zeit, Arbeitsruhe“, übertr. „Beschäftigung während der Muße, Erzeugnisse der Mußestunden, Vorträge, Vorlesungen, gelehrte Gespräche“</p></blockquote>
<p>Wie ist Deine Meinung: Ist eine Reform der Schule möglich? Kannst Du Dir eine Gesellschaft ohne Schule vorstellen?<br />
Wir freuen uns auf Deinen Kommentar und wenn Dir der Beitrag gefällt, über einen Like auf unserer Facebookseite!</p>
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		<title>Keine Schule ist auch keine Alternative</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MartinPi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jan 2017 02:14:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[eltern]]></category>
		<category><![CDATA[freilernen]]></category>
		<category><![CDATA[kinder]]></category>
		<category><![CDATA[schulkritik]]></category>
		<category><![CDATA[unschooling]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleine Menschen lieben Gemeinschaft, genauso wie die Erwachsenen auch. Deshalb ist Unschooling in familiärem Umfeld allein auf Dauer nicht fördernd für die gesunde Entwicklung der Neugierigkeitsbündel. Konsequent wie wir nun mal sind, sind wir deswegen&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Menschen lieben Gemeinschaft, genauso wie die Erwachsenen auch.<br />
Deshalb ist Unschooling in familiärem Umfeld allein auf Dauer nicht fördernd für die gesunde Entwicklung der Neugierigkeitsbündel.<br />
Konsequent wie wir nun mal sind, sind wir deswegen auf der Suche nach  Gemeinschaft, die vieles bietet, was der moderne Mensch und das Menschenkind vermisst:</p>
<ul>
<li>Verbundenheit zur Natur</li>
<li>Verbundensein  mit anderen Menschen</li>
<li>Verbundenheit mit sich selber</li>
</ul>
<p>Diese Idee stammt von den <a href="http://www.circleway-germany.de/">Circleway-Camps</a>:<br />
Wir waren zwei Mal dabei und es war gleich beim ersten Mal wie ein Nachhause-Kommen. Mit offenen Armen von fremden Menschen empfangen zu werden, lässt innerhalb kürzester Zeit Nähe und Verbundenheit entstehen, die wir sonst selten erleben.<br />
Gemeinsames Singen; besondere Aufmerksamkeit aller für die Kinder; Tools für die Bearbeitung von Konflikten, die auch im normalen Alltag immer da sind, aber für die normalerweise keine Zeit ist (jeder kann gleichzeitig &#8222;Therapeut&#8220; und &#8222;Patient&#8220; sein); täglich gemeinsame Zeiten und Redestab-Runden im kleinen Kreis deines Clans.<br />
Dieses Umfeld lässt Heilung geschehen und erahnen, wieviel Potential und Göttlichkeit eigentlich in jedem von uns steckt und nur darauf wartet, in einem geeigneten Umfeld erweckt zu werden.<br />
Allerdings sind die zwei Wochen dauernden Camps immer viel zu schnell vorbei gewesen und so haben wir uns entschlossen, eine ganzjährige Gemeinschaft zu finden oder zu gründen.<br />
Wenn Du konkret Interesse hast, verbunden mit der Natur zu leben, Dich mit anderen nicht nur oberflächlich auszutauschen und mit Dir selber in Kontakt kommen möchtest, freuen wir uns auf eine <a href="https://love-family.de/kontakt/">Nachricht von Dir.</a><br />
Wir suchen Menschen mit und ohne Kindern, die Interesse an den Themen Freilernen, Gemeinschaftsleben und persönlicher Weiterentwicklung haben, um nach Möglichkeiten des mobilen Zusammenlebens oder Grundstücken im Süden Europas Ausschau zu halten.<br />
Vorraussetzung ist, dass Du Dich pflanzlich ernährst und wir auf einer Wellenlänge sind.</p>
<p>Wenn das Ziel klar ist, ist der Weg schnell gegangen.</p>
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